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Charakteristik

Das Naturschutzgebiet „Oberes Selketal“ erstreckt sich auf einer Fläche von 1.611 ha entlang der Selke in den Landkreisen Wernigerode und Quedlinburg im Ostharz. Es setzt sich im Landkreis Aschersleben-Staßfurt als NSG „Selketal“ auf ca. 600 ha fort.

Das Selketal ist das letzte größere, durch Talsperren noch unberührte Flusssystem im gesamten Harz. Das NSG ist geprägt durch den Selkequellsattel mit feuchten Bergwiesen, dem naturnahen Bach- und Flusslauf mit sehr sauberen und nahezu unberührten Nebenbächen in unberührten Wiesentälern mit Feuchtwiesen und Erlenquellwäldern, naturnahen Laubwäldern der Steilhang- sowie der Plateaulagen und kleinflächigen Lebensräumen, wie Felsköpfe, Felshalden, Bergwiesen und Magerrasen.

Der Pflege- und Entwicklungsplan wurde in drei Teilen auf etwa 1.161 ha erarbeitet. Darin ist der gesamte Selkelauf im NSG enthalten.

Bestand und Bewertung

In diesem Teil des NSG macht der Waldanteil 69 % aus, von denen wiederum 83% Laubwälder und 17% Nadelforste sind. Der Offenlandanteil wird dominiert von mesophilem Grünland. Magerrasen treten auf 9 ha, Bergwiesen auf 32 ha und Feucht- und Nasswiesen auf 46 ha auf.

Im Naturschutzgebiet kommen als hochgradig gefährdete Pflanzenarten Kriech-Weide, Moor-Klee, Arnika, Sibirische Schwertlilie, Eibe u.a. vor. Tierarten, für die das NSG eine besondere Bedeutung hat, sind Wildkatze, Mausohr, Kleiner Abendsegler, Bechsteinfledermaus, Schwarzstorch, baumbrütende Mauersegler, Mittelspecht, Zwergschnäpper, Feuersalamander, Westgroppe, Großer Schillerfalter, Goldener Scheckenfalter, Blauflügel-Prachtlibelle und Zweigestreifte Quelljungfer.

Nach einer umfassenden Bestandsaufnahme und Bewertung der Biotoptypen und Tiervorkommen werden die besonders sensiblen Bereiche für die vorrangig schützenswerten Lebensräume und Habitate herausgearbeitet. Dazu gehören in erster Linie die Fließgewässer, die offenen Talräume einschließlich der Quellsättel sowie die naturnahen Hangwälder.

Zielkonzept und Maßnahmenkatalog

Anschließend wird ein Leitbild entworfen und ein Zielkonzept entwickelt, das sich an das Landschaftsprogramm des Landes Sachsen-Anhalt, das Arten- und Biotopschutzprogramm Harz sowie an die NSG-Verordnung anlehnt und diese Zielvorgaben konkretisiert.

Für die Biotoptypen wird unterschieden in vorrangig schutzwürdige bzw. entwicklungsbedürftige Biotope. Zum Schutz der Tier- und Pflanzenarten wird ein Zielartenkonzept entwickelt.

Es erfolgt ein Abgleich mit dem entwickelten Leitbild. Hierbei festgestellte wesentliche Defizite sind: in Teilbereichen die Abgrenzung des Gebietes, das Auftreten und die aktuelle Bewirtschaftung der Nadelholz-Reinbestände, die Durchforstung der Bacherlenwälder, eine fehlende Naturverjüngung durch zu hohe Wildbestände, das Brachfallen kleiner Wiesenflächen, die Verrohrung von Nebenbächen im Bereich von Forstwegen, Einleitungen von Grubenabwässern, mangelnde Besucherinformation und Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Anschließend werden Anforderungen an die verschiedenen Nutzungen im NSG formuliert.

Schließlich wird ein Maßnahmenkatalog erarbeitet; die Maßnahmen werden auf Karten dargestellt. Im Rahmen dieses Maßnahmenkonzeptes wird eine Prioritätenliste aufgestellt. Es wird unterschieden in biotopbezogene Maßnahmen und Maßnahmen des Artenschutzes. Im Falle naturschutzinterner Konflikte wird ein praktikabler Mittelweg vorgeschlagen bzw. die Priorität einer Seite begründet. Für einige Bereiche werden Alternativmaßnahmen erarbeitet, da für eine Optimalpflege z.B. oft bestimmte Voraussetzungen gegeben sein müssen oder hohe Kosten verursacht werden. Mit Empfehlungen zu Fördermöglichkeiten und einer regionalen Initiative schließt die Planung ab.

Pflege- und Entwicklungsplanung für Naturschutzgebiete

Pflege- und Entwicklungsplan für das NSG „Oberes Selketal“

Übersicht Planungsbegiet